Bologna - Filmfestival 2012

Bologna - Il Cinema ritrovato


vom 23. bis 30. Juni 2012

Reihe: Piazza

C'era una volta in America

(Once Upon a time in America), Directed by:   Sergio Leone, USA - 1982
Producer: Arnon Milchan - Director: Sergio Leone - Scenario: Piero De Bernardi - Leonardo Benvenuti - Enrico Medioli - Franco Ferrini - Sergio Leone - Franco Arcalli - Director of Photography: Tonino Delli Colli - Composer: Ennio Morricone - Editor: Nino Baragli - Art Director: Carlo Simi - Set Decoration: Bruno Cesari - Osvaldo Desideri - Giovanni Natalucci - Costume Design: Gabriella Pesucci - Cast: Noah Moazezi Dominic - Ann Neville Mädchen im Sarg - Arnon Milchan Chauffeur - Gerard Murphy Crowning - Dutch Miller Van Linden - Mike Monetti Fat Moe als Kind - Joe Pesci - James Woods Max - Treat Williams Jimmy O'Donnell - Tuesday Weld Carol - Scott Tiler Noodles (Kind) - Karen Shallo Mrs. Aiello - Marvin Scott TV-Reporter - Amy Ryder Peggy - James Russo Bugsy - Amy Rider Peggy - Burt Young Joe - Elizabeth McGovern Deborah - Ray Dittrich Trigger - Robert De Niro Noodles - Adrian Curran Cockeye als Kind - Julie Cohen Peggy als Kind - Frankie Caserta Bugsys Komplize - Clem Caserta Al Capuano - Richard Bright Chicken Joe - Brian Bloom Patsy als Kind - Joey Faye Greis - Darlanne Fleugel Eve - William Forsythe Cockeye - Joey Marzella Bugsys Komplize - Frank Gio Beefy - Olga Karlatos Frau im Puppentheater - Rusty Jacobs Max als Kind - Paul Herman Monkey - James Hayden Patsy - Robert Harper Sharkey - Mike Gendel Irving Gold - Danny Aiello Aiello -
Reviews in German: "Ein pittoreskes, wuchtiges Bild von Amerika, sich vielschichtig auf drei Zeitebenen abzeichnend und mit glänzenden Hauptdarstellern" (tele) «Sergio Leone engagierte für seinen letzten Film den "Paten"-erfahrenen Mafioso-Darsteller Robert De Niro als Protagonisten für seine verschachtelte Saga, die das Schicksal von vier New Yorker Ghetto-Kids über 45 Jahre nachzeichnet – inklusive Freundschaft und Verrat, Gewalt und Korruption. Ein bildgewaltiges Epos, in dem die Helden, trotz aller Melancholie, auch auffällig unangenehme Seiten besitzen. Unvergessen: Leones Hauskomponist Ennio Morricone lässt eine einsame Panflöte klagen, wenn er die Armut und den allgegenwärtigen Tod in Little Italy beschwört. » (Cinema, 2000) «Der letzte Film von Sergio Leone erzählt über fünf Dekaden hinweg die Geschichte der Freunde Noodles und Max, die im New York der zwanziger Jahre eine Gangsterkarriere starten und zu einflussreichen Unterweltbossen aufsteigen. Ein epochales Meisterwerk, das sich keine Minute hinter Francis Ford Coppolas "Der Pate"-Trilogie zu verstecken braucht und sein amerikanisches Märchen bis zum bitteren Ende erzählt. Ein Tipp: Den Director’s Cut unbedingt der chronologisch erzählten "Kurzfassung" vorziehen. Warum wir ihn lieben: Das Vermächtnis von Sergio Leone – episch, exzessiv, visuell überwältigend.» (Cinema, 2006)

Easy street

(La strada della paura), Directed by:   Charles Chaplin, USA - 1917
Director: Charles Chaplin - Scenario: Charles Chaplin - Director of Photography: Roland H. Totheroh - William C. Foster - Editor: Charles Chaplin - Cast: Milton Berle Mission Visitor and Policeman - Loyal Underwood Small Father and Policeman - John Rand Mission Visitor and Policeman - Tom Wood Chief of Police - Edna Purviance Missionary - Charlotte Mineau Ungrateful Woman - James T. Kelley - Frank J. Coleman Policeman - Charles Chaplin Vagabond Police Recruit - Eric Campbell Scourge of Easy Street - Henry Bergman Anarchist - Lloyd Bacon Drug Addict - Albert Austin Clergyman and Policeman -
Remarks and general Information: Chaplin über Easy Street
Die letzten vier Filme, die Chaplin für Mutual dreht, gehören noch immer zu seinen besten. Mit Easy Street erweckt er die Methley Street Süd-Londons, in der er aufgewachsen war, zum Leben. Das enge T am Ende der Strasse bietet dort noch heute das gleiche begrenzte und schmuddelige Bild, das sich einst dem jungen Charlie und seiner Mutter bot. Chaplin nutzt diese Kulisse, um eine Parodie der viktorianischen "Reform"-Melodramen zu inszenieren. Ein potentielles Problem liegt darin, dass der vom Publikum geliebte Tramp hier die Seiten wechselt und zum 'Feind', d.h. der Ordnungsmacht, überwechselt.

Chaplin erklärt dazu 1917 in der Zeitschrift Reel Life: "Wenn es einen Menschentyp gibt, auf den es irgendjemand auf der ganzen weiten Welt mehr abgesehen hat als auf irgendjemand andern, dann ist das der Polizistentyp. Natürlich kann man den Polizisten nicht wirklich dafür verantwortlich machen, dass die Öffentlichkeit Vorurteile gegen seine Uniform hat - das ist nur die normale menschliche Abneigung gegen jede Art von Autorität-, aber trotzdem sieht es jeder gern, wenn's dem 'Copper' an den Kragen geht. Also muss ich mich erst einmal beliebt machen, indem ich meinen Freunden zu verstehen gebe, dass ich gar kein richtiger Polizist bin, sondern nur einen Spezialauftrag auszuführen habe - nämlich einen üblen Rabauken ordentlich die Leviten zu lesen. Natürlich habe ich alle Hände voll zu tun, mit so einem Auftrag fertigzuwerden, und ich habe die Sympathie des Publikums auf meiner Seite, aber ich habe auch das Element der Spannung, das in einer Filmhandlung unerlässlich ist. Man geht natürlich davon aus, dass der Polizist den kürzeren zieht, und man ist äusserst gespannt, wie ich meinem offensichtlich ungleichen Kampf mit dem Wüterich Campbell abschneiden werde. Ein weiterer Kontrast besteht zwischen meinem komischen Gang und den allgemeinen komischen Zwischenfällen - und der herkömmlichen Vorstellung von der Würde, die ein uniformierter Polizeibeamter ausstrahlen sollte."

La Grande Illusion

Directed by:   Jean Renoir, France - 1937
Production: Les Réalisations d'Art Cinématographique - Production Supervisor: Raymond Blondy - Director: Jean Renoir - Assistant Director: Carl Koch - Jacques Becker - Scenario: Charles Spaak - Jean Renoir - Director of Photography: Jean Bourgoin - Claude Renoir - Christian Matras - Composer: Joseph Kosma - Editor: Marguerite Renoir - Art Director: Eugène Lourié - Cast: Sylvain Itkine Demolder - Jacques Becker Englischer Soldat - Jean Dasté Professor - Gaston Modot Ingenieur - Georges Péclet Soldat - Julien Carette Der Schauspieler - Marcel Dalio Lt. Rosenthal - Jean Gabin Lt. Maréchal - Dita Parlo Elsa, die Bäuerin - Erich von Stroheim Kdt. von Rauffenstein - Pierre Fresnay Hptm. de Boeldieu -
Synopsis in German: Im Krieg führt das Schicksal zweimal den deutschen Offizier von Rauffenstein und den französischen Offizier de Boeldieu zusammen: Das erste Mal im Luftkampf, einige Jahre später im Gefangenlager, dessen Komandant Rauffenstein ist. Zwischen den beiden adligen Offizieren entwickelt sich ein Vertrauensverhältnis, basierend auf Ritterlichkeit und Respekt.

Der erste Weltkrieg. Das Flugzeug des Oberstleutnants Maréchal und des Hauptmanns Boëldieu wird von dem deutschen Kommandanten von Rauffenstein abgeschossen. Als Kriegsgefangene und schliesslich Gefangene der Festung, die Rauffenstein selbst befiehlt, finden die einzelnen Figuren zueinander: die beiden aristokratischen Offiziere respektieren sich und befreunden sich trotz ihrer feindlichen Zugehörigkeiten; der Oberstleutnant Maréchal und der jüdische Bankier Rosenthal sympathisieren in Erinnerung an ihre gemeinsame Vergangenheit. Die Strenge des Ortes erschaudert unter einem Realismus, der auf der menschlichen Wärme der Figuren beharrt und den Zuschauer dazu bringt, ihre Frustration und Mängel mitzuerleben.
Remarks and general Information: „Alle Demokraten der Welt müssen diesen Film sehen.“ (- Franklin Roosevelt, 11.10.1937 )

“Der filmische Feind Nr. 1“ (Joseph Goebbels - Er versuchte systematisch alle existierenden Kopien des Films zu zerstören. Er schaffte es, dass Originalnegativ zu finden, aber konnte es nicht zerstören – ein Fliegerangriff setzte das Auto, das die wertvollen Kopien transportierte ausser Gefecht und die Amerikaner retteten die Kopien und gaben sie an die Cinémathèque Henri Langlois zurück.)

«La Grande Illusion, eines der unbestrittenen Meisterwerke der Filmgeschichte, ist ein starker antimilitaristischer Ausdruck, dessen Popularität und Relevanz bis heute noch andauert. Das Thema des Antimilitarismus drückt sich deutlich aber subtil in dem Film aus, indem die Notwendigkeit des Krieges in Frage gestellt wird, nicht aber der Krieg an sich abgewertet wird, was vermutlich die Wirkung des Filmes erklärt. Die Geschichte dreht sich um die Feststellung, dass soziale Unterschiede noch tiefere und unüberwindbare Hindernisse schaffen als Abtrennungen wie Nationalität, Rasse oder Sprache.
Renoir, der selbst im ersten Weltkrieg gedient hatte, kam verletzt zurück. Sein ganzes Leben humpelte er und blieb bis zu seinem Tod ein unerschütterlicher Pazifist. Mit einem grossen persönlichen Einsatz brachte sich Renoir in die Dreharbeiten von La Grande illusion ein, das Resultat ist sein präzisestes und eloquentestes Werk.» (www.kultur-frankreich.de)

«Der 1937 realisierte Film bekam einen weiten, unvorhergesehenen Sinn, nachdem sich das Dritte Reich in unmissverständlicher Weise etabliert hatte. Das spricht aus einer Äußerung Renoirs, die für das US-Publikum bestimmt war: "Ich bin sehr glücklich, dass ‚Die große Illusion' gezeigt werden soll, vor Ihnen und in diesem Augenblick, da ich mit einem bitteren Lachen Hitler im Radio die Forderung nach der Teilung der Tschechoslowakei in die Welt hinausschreien höre. Wir stehen am Beginn einer anderen, großen Illusion."
Renoirs Film gilt als Meisterwerke der Filmgeschichte. Er wurde 1937 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet und 1939 für einen Oscar in der Kategorie "Bester Film" nominiert. » (arte Presse)

Lawrence of Arabia

Directed by:   David Lean, Great Britain - 1962
Production Manager: John Palmer - Unit / Location Manager: Eva Monley (location manager - /xx/) - Director: David Lean - Scenario: Robert Bolt - Director of Photography: Freddie Young - Composer: Maurice Jarre - Production Design: John Box - Cast: Jack Hawkins Allenby - Omar Sharif Ali Ibn el Karisch - Anthony Quinn Auda Aby Tayi - Anthony Quayle Colonel Brighton - José Ferrer Türkischer Gouverneur - Alec Guinness Prinz Feisal - Peter O'Toole Lawrence -
Synopsis in German: Sein profaner Tod war seines Lebens unwürdig: Colonel Thomas Edward Lawrence verunglückt tödlich bei einem Motorradunfall. Bei seiner Beerdigung wird auf sein Leben und seine Leistungen zurückgeschaut: Im Ersten Weltkrieg soll Lawrence als britischer Offizier den Kriegsschauplatz Osmanisches Reich beobachten. Schnell wird dem ebenso intelligenten wie sprachkundigen Lawrence klar, dass er sich mit den Arabern verbünden muss, um die Türken besiegen zu können. Zuerst zieht er Prinz Feisal auf seine Seite, der ihm Sherif Ali Ibn El Kharisch als Führer seines Stammes zur Seite stellt. Zusammen mit ihm schmiedet Lawrence einen tollkühnen Plan: Die strategisch wichtige Hafenstadt Akkaba soll erobert werden - nicht von der See aus, wo sie durch zahlreiche türkische Kanonen geschützt wird, sondern über den Landweg. Der wird von den Türken vernachlässigt, da für einen Angriff ein beinahe endloser Marsch durch die Wüste bewältigt werden muss. Lawrence wagt das Unterfangen: Mit 50 Freiwilligen macht er sich auf den beschwerlichen Weg, wohl wissend, dass er mit seiner winzigen Truppe kaum etwas ausrichten kann. Doch sein Charisma und sein unbefangener Umgang mit den Streitigkeiten unter den arabischen Stammesfürsten helfen ihm, das Lager der Araber zu einen. Selbst den Stamm von Auda Abu Tayi, der unter den Arabern als Banditenhorde verschrien ist, kann Lawrence auf seine Seite ziehen. Der Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich kann beginnen. Doch im weiteren Verlauf der Ereignisse wird es für Lawrence immer schwieriger, zwischen britischer Loyalität und der Freundschaft zu seinen arabischen Kampfgefährten einen gangbaren Weg zu finden. Mit der Eskalation des Krieges verändert sich die Persönlichkeit des nun "El Aurens" genannten Offiziers.... (ARTE Presse)
Reviews in German: «David Lean war dazu geboren, grandiose Epen zu inszenieren. Nie ließ er sich von Figuren und Story ablenken, und dennoch spielten das gewaltige Panorama, die ausgefeilte Optik immer eine Hauptrolle – auch in dieser Biografie des britischen Soldaten, der die Araber gegen die türkischen Besatzer unterstützte und Peter O’Toole zum Superstar machte. Unvergessen: Die Attacke der Kamelreiter auf die Stadt Akaba, für die sich O’Toole und Omar Sharif sicherheitshalber im Sattel festschnallen mussten. » (Cinema, 2000)
Remarks and general Information: "Hintergrundinformationen: Der aufwendig produzierte Historienklassiker "Lawrence of Arabia" war ein kühnes Filmprojekt: Das Budget belief sich auf die zu damaligen Zeiten horrende Summe von circa 15 Millionen Dollar. Zudem wurden die homosexuellen Neigungen des Helden - gespielt von einem quasi unbekannten irischen Hauptdarsteller -so weit angedeutet, dass der Film gänzlich auf weibliche Hauptrollen und eine Liebesgeschichte auskam. Gedreht wurde zu großen Teilen an Originalschauplätzen in den Wüsten Afrikas und Arabiens - mit einem jüdischen, ausgewiesen pro-israelischen Produzenten, Sam Spiegel. Regisseur David Lean und sein Drehbuchautor Robert Bolt sahen von allen heroisierenden, glättenden Eingriffen in das historische Material ab und stellten Lawrence nicht als strahlenden Helden dar, der dem britischen Empire zum Sieg verhilft, sondern als zutiefst zerrissenen, enigmatischen Mann, dessen Ziele und Motivationen bis zuletzt zweifelhaft bleiben. Aufgrund der meisterhaften Kameraarbeit, seinen epischen Wüsten- und monumentalen Kampfszenen gilt der Film, was seine handwerkliche Perfektion angeht, bis heute unter Kennern als Vorzeigeprojekt. So verwundert es nicht, dass die groß angelegte Rekonstruktion des Filmes aus dem Jahr 1989 maßgeblich von zwei filmbegeisterten Regisseuren angestoßen wurde: Steven Spielberg und Martin Scorsese. Durch den Restaurator Robert A. Harris wurde die ursprüngliche handwerkliche Feinarbeit des Werks wiederhergestellt, gekürzte Szenen wurden wieder eingefügt und der Schnitt einzelner Sequenzen nach den ursprünglichen Vorstellungen des Regisseurs David Lean verändert. So erstrahlt der Film heute wieder in seinem originären Glanz, zu dem ganz entscheidend auch die stilbildende Musik Maurice Jarres beiträgt." (Arte Presse)

Lola

Directed by:   Jacques Demy, France, Italy - 1961
Producer: Carlo Ponti - Director: Jacques Demy - Assistant Director: Bernard Toublanc-Michel - Scenario: Jacques Demy - Director of Photography: Raoul Coutard - Composer: Michel Legrand - Art Director: Bernard Evein - Cast: Alan Scott Franckie - Marc Michel Roland - Corinne Marchand - Margo Lion Marie - Anouk Aimée Lola - Elina Labourdette - Jacques Harden Michel - Carlo Nell Dancing Teacher -
Synopsis in German: Die Nachtclubsängerin Lola wartet in Nantes auf Michel, den seit Jahren verschwundenen Vater ihres Sohnes. Dabei läuft vor ihrem inneren Auge noch einmal die Vergangenheit ab. Währenddessen träumt ihr Jugendfreund Roland vergeblich von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr. Jacques Demys Film machte nicht nur wegen der fließenden Kamerabewegung als "Musical ohne Musik" von sich reden.

Unter dem Pseudonym Lola umgarnt die bildschöne Cécile die Gäste einer Hafenbar in Nantes. Ihr Jugendfreund Roland träumt von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr. Cécile aber wartet seit sieben Jahren auf ihre große Liebe Michel, den Vater ihres Sohnes. Solange Michel nicht auftaucht, tröstet sie sich mit dem amerikanischen Matrosen Franckie. Der sieht ihrem Geliebten wenigstens ein bisschen ähnlich. (arte Presse)
Remarks and general Information: «Regisseurin Agnès Varda restaurierte das Debüt ihres 1990 verstorbenen Mannes Jacques Demy. Unter dem Einfluss seines Mentors Jean-Luc Godard ging dieser 1961 formal ungewöhnliche Wege: Aus Geldnot drehte er ohne Ton und Beleuchtung, verzichtete auf Ausstattung und Kostüme. Lolas Vergangenheit und Zukunft montierte Demy in parallel verlaufenden Handlungssträngen. Seinen fließenden Kamerabewegungen verdankt der Film das Prädikat ein "Musical ohne Musik" zu sein.

Zwei Jahre vor "Die Regenschirme von Cherbourg" (1963) wollte Jacques Demy bereits einen Musical-Film machen, aber noch war seine Stunde nicht gekommen. "Ich konnte 'Lola' nur dank Jean-Luc Godard drehen. Jean-Luc hatte einen sehr sympathischen Mann namens De Beauregard aufgetan, der zwar keinen Pfennig Geld hatte, aber einen Film von Newcomern für ein gutes Geschäft hielt, besonders, wenn sie ein bisschen verrückt waren. Er war wie wir ein Abenteurer. [...] Es [ein Musical] hätte damals 250 Millionen Francs gekostet, in Farbe und Cinemascope, mit Ballett- und Tanzeinlagen, viel Gesang, Kostümen und einer Menge Requisiten. De Beauregard sagte zu mir: "Hören Sie, Ihr Projekt ist ja ganz nett, aber "Außer Atem" hat nur 32 Millionen gekostet. Wenn Sie Ihren Film für 35 Millionen drehen können, bin ich einverstanden. Ansonsten kommt es nicht infrage. [...]" (Jacques Demy in dem Porträtfilm von Agnès Varda, "Die Welt ist ein Chanson - Das Universum des Jacques Demy).

Demy drehte den Film tatsächlich mit diesem kleinen Budget in nur fünf Wochen, ohne Ausstattung, ohne Kostüme und ohne Beleuchtung. Er hatte eigentlich nur das Filmmaterial, eine Kamera und die Schauspieler. Michel Legrand, Komponist, erinnert sich: "Der Film war ohne Ton gedreht worden. Er (Demy) sagte, er habe kein Geld für Tontechniker gehabt. Bei der Vorführung sprach Jacques daher für mich den Text aller Schauspieler, Frauen wie Männer, und ich war schlichtweg überwältigt. Mir gefiel der Film wahnsinnig gut, und ich fand, dass er schon als Stummfilm eine sehr musikalische Qualität hatte."» (arte Presse)

Point Blank

Directed by:   John Boorham, USA - 1967
Director: John Boorham - Cast: Sharon Acker Lynne - Lloyd Bochner Carter - Angie Dickinson Chris - Lee Marvin Walker - Keenan Wynn Yost -

Prix de beauté (Miss Europe)

(Beauty Prize), Directed by:   Augusto Genina, France - 1930
Production: Sofar-Film-Produktion GmbH., Berlin - Distribution: Messtro-Orplid - Producer: Romain Pinès - Production Manager: Fernand Lefebvre - Director: Augusto Genina (AKA A. Genina) - Assistant Director: Edmond T. Gréville - Scenario: René Clair - Georg Wilhelm Pabst - Director of Photography: Louis Née - Rudolph Maté (AKA R. Maté) - Composer: Wolfgang Zeller - René Sylviano - Horace Shepherd - Editor: Edmond T. Gréville - Art Director: Robert Gys - Sound Engineer: Hermann Storr AKA H. Storr - Cast: Raymonde Sonny - Hélène Regelly - Fanny Clair - Jean Bradin Prinz Grabovsky - Louise Brooks Lucienne Garnier - Georges Charlia André - Yves Glad Maharadschah - Gaston Jacquet Herzog - André Nicolle Le secrétaire du journal (AKA A. Nicolle) - Marc Ziboulsky Le manager (AKA M. Ziboulsky) - Alexandre Bernard Le photographe - Henri Crémieux - Augusto Bandini Antonin (AKA H. Bandini) -

Tess

Directed by:   Roman Polanski, France - 1978
Production: Renn Productions - Producer: Claude Berri - Ausführender Produzent: Pierre Grunstein - Director: Roman Polanski - Scenario: Gérard Brach - Roman Polanski - Based on : Thomas Hardy - Director of Photography: Geoffrey Unsworth - Ghislain Cloquet - Composer: Philippe Sarde - Editor: Tom Priestley - Cast: Nastassja Kinski - John Collin John Durbeyfield - Peter Firth Angel Clare - Rosemary Martin Mrs. Durbefield - Suzanna Hamilton Izz - Leigh Lawson Alec Stoke d'Uberville - David Markham Reverend Clare -
Synopsis in German: Südengland im 19. Jahrhundert. Der einfältige, trunksüchtige Händler John Durbeyfield erfährt, dass er mit der adligen Familie d'Urberville verwandt ist. In der Hoffnung, dass diese Blutsbande Geld einbringen könnten, schickt er seine Tochter Tess auf das Anwesen der wohlhabenden Aristokraten. Alec d'Urberville, ein dekadenter Schürzenjäger, vergewaltigt die unerfahrene Tess und macht sie vorübergehend zu seiner Mätresse. Enttäuscht und schwanger kehrt Tess bald zu ihren Eltern zurück. Ihr uneheliches Kind wird nicht getauft und nach seinem frühen Tod auch nicht in geweihter Erde bestattet.
In einer Molkerei, wo niemand sie kennt, arbeitet Tess als Magd, bis sie den Pastorensohn Angel kennenlernt und bald darauf heiratet. Erst nach der Trauung erfährt Angel von ihrer düsteren Vergangenheit und lässt Tess daraufhin enttäuscht im Stich. Tess schlägt sich als Tagelöhnerin durch und trifft schliesslich Alec wieder, der ihre Armut ausnutzt, um sie erneut zu seiner Geliebten zu machen. Tess lebt in Wohlstand, muss aber die Launen ihres zynischen Gönners erdulden, der sie wie seinen Besitz behandelt. Als Angel reumütig zu Tess zurückkehrt, um sie um Verzeihung zu bitten, kommt es zu einer Kurzschlussreaktion: Tess ermordet Alec und flieht mit Angel - eine Flucht, die in ihr endgültiges Verderben führt.... (BR Presse)
Reviews in German: «Einfühlsame und epische Roman-adaption ...» (tele 51/2010)
Remarks and general Information: «Roman Polanskis Verfilmung des gleichnamigen Thomas-Hardy-Romans - ein realistisches, sorgfältig beobachtetes Sittenbild - gewann u. a. 1981 drei Oscars (Szenenbild, Kameraarbeit und Kostümdesign) und wurde für Regie und Filmmusik nominiert. Nastassja Kinski und der Film selbst gewannen den "Golden Globe", 1980 gab es drei "Césars" als bester Film, für die Regie und die beste Kameraarbeit, die Kameraleute Ghislain Cloquet und Geoffrey Unsworth konnten ausserdem 1982 einen BAFTA entgegennehmen. Und das sind noch nicht einmal alle Auszeichnungen.
Ausgerechnet in Frankreich, in dem kleinen bretonischen Ort Locronan, fand Polanski den idealen Drehort für etliche Aussenaufnahmen. Das pittoreske Dorf nahe der Küste des Finistère zeugt mit vielen seiner Granitsteinhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert eindrucksvoll von seinem früheren Reichtum.
Roman Polanskis Zugang zu diesem Stoff ist sehr persönlich: "Tess" war einer der Lieblingsromane seiner 1969 brutal ermordeten Ehefrau Sharon Tate, der er den Film widmete.
"Roman Polanski verfilmte den Roman 'Tess of the d'Urbervilles' (1891) von Thomas Hardy als 'Geschichte der Unschuld in einer Welt, in der menschliches Verhalten durch Klassenschranken und moralisches Vorurteil geprägt wird'. Die Einfachheit der episch getragenen Erzählung, die Tess' Lebensweg durch die Jahreszeiten verfolgt, und Detailtreue machen das Werk zum ästhetischen Genuss. Kameramann Geoffrey Unsworth starb während der Dreharbeiten, erhielt 1979 posthum den Oscar (ex aequo mit Ghislain Cloquet)" (mediabiz.de).
"Polanski variiert in strenger Werktreue und bemerkenswerter gestalterischer Zurückhaltung sein altes Thema von der Schutzlosigkeit der Unschuld in einer verderbten Welt.» (BR Presse)

The First Born

Directed by:   Miles Mander, Great Britain - 1928
Production: Gainsborough Pictures - Producer: C.M. Woolf - Michael Balcon - Director: Miles Mander - Scenario: Miles Mander - Alma Reville - Based on : Miles Mander - Director of Photography: Walter Blakeley - Walter Blakely - Editor: Arthur Tavares - Art Director: C. Wilfred Arnold - Cast: Marjorie Roach Phoebe Chivers - Madeleine Carroll Madeleine, his wife - Miles Mander Sir Hugo Boycott - John Loder David, Lord Harborough - Ella Atherton Mme. Nina de Landé - Margot Armand Sylvia Finlay - Theodore Mander Stephen, the first-born - Beryl Egerton The maid - Walter Wichelow Mr. Imprett - Bernard Vaughan Butler - Ivo Dawson Derek Finlay - John St. John Dickie - Naomi Jacobs Dot -
Reviews in German: Was niemand erwarten konnte, war die visuelle Intelligenz und Raffinesse des Films. Mander und die Techniker seines Teams gruppieren und beleuchten Personen, Requisiten und Dekors mit einem wachen Auge für wirkungsvolle Gestaltung und emotionale Wirkung. Walter Blakelelys Kamera unternimmt subjektive Streifzüge. Überblendungen, Inserts und einfallsreiche Schnitttechnik verleihen Dialogen visuelle Dynamik, die allzu leicht zu einem Gewirr von Zwischentiteln geworden wären. Mander denkt stets filmisch - 1928 immer noch eine Seltenheit im britischen Spielfilm, trotz der Fortschritte von jungen Kerlen wie Hitchcock und Asquit. Im Laufe des Jahres 1929 wurde DAS WUNSCHKIND dennoch beiseite gedrängt, nicht zuletzt wohl dank Branchenkritiken, die seinen Wert als Massenunterhaltung infrage stellten. ((Vollständiger Text/ Quelle: http://www.cinetecadelfriuli.org/gcm/ed_precedenti/edizione2007/edizione2007_frameset.html) The First Born (...) Before "The First Born", Mander had only directed several DeForest Phonofilm sound shorts. Like Welles with Citizen Kane, he gave himself no place to hide: he directed, took one of the lead roles, and with Hitchcock's wife Alma Reville crafted the script from his own material, previously presented as a play (Common People) and a novel (Oasis). (...) What no-one could have expected was the film's visual wit and sophistication. (...) Another of the film's pleasures is the shading Mander gives his characters. Boycott the blackguard isn't all black: Mander makes his public charm entirely credible. Alongside, Carroll's Madeleine may appear foolish in her wifely devotion, but, warm and humane, she never comes across as a fool. (...) The First Born still displays abundant evidence of Mander's talent as an inventive filmmaker. (Geoff Brown) (Vollständiger Text/ Quelle: http://www.cinetecadelfriuli.org/gcm/ed_precedenti/edizione2007/edizione2007_frameset.html English character actor Miles Mander is one of the countless film figures whose careers never quite lived up to early promise. Mander is (slightly) remembered today for his long stint in small roles in Hollywood films of the 1930s and '40s. "The First Born" was Mander's shining moment as a writer/director/leading man, but his moment doesn't quite shine brightly enough. (...) The lead role in "The First Born" is Lady Boycott, sensitively played by the spectacularly beautiful Madeleine Carroll. She's trapped in a loveless marriage to a wealthy but cruel husband (very well-played by Mander, whose sharp features typecast him in unsympathetic roles). Lady Boycott uses her husband's wealth to help other people ... such as her manicurist, who is unmarried but has suddenly found herself pregnant. When Lady Boycott learns that her husband is a chronic philanderer who doesn't love her, she decides to adopt the manicurist's child so as to have somebody who loves her and needs her. (...) (F. Gwynplaine MacIntyre) (Vollständiger Text/ Quelle: http://www.imdb.com/title/tt0018891/#comment)
Remarks and general Information: «Alma Reville, die Ehefrau und engste Mitarbeiterin von Alfred Hitchcock, begann ihre Karriere als Cutterin und Drehbuchautorin. Das Drehbuch zu dem spannenden Ehedrama DAS WUNSCHKIND schrieb sie zusammen mit Miles Mander, einem populären englischen Schauspieler, der auch die männliche Hauptrolle spielt und Regie führt. Es geht um eine Ehefrau, die ihren Mann liebt, obwohl er sie dauernd betrügt. Als er sie verläßt, schmiedet sie den Plan, ihn mit einem Wunschkind zurückzuholen. » (Stummfilmtage Bonn)

The immigrant

(A modern Columbus, Broke, Hello U.S.A, The New World), Directed by:   Charles Chaplin, USA - 1917
Director: Charles Chaplin - Scenario: Charles Chaplin - Director of Photography: Roland H. Totheroh - William C. Foster - Cast: Theodore Roberts J.J. Walton - Valeska Suratt Masha - Jane Wolfe Olga (AKA Jane Wolff) - Thomas Meighan David Harding - Gertrude Keller Walton''s Housekeeper - Ernest Joy Walton's Partner - Raymond Hatton Munsing - William Gillespie Cafégeiger - Kitty Bradbury Olga's Mother - Frank J. Coleman Ship's Officer and Restaurant Owner - Henry Bergman The Artist - Eric Campbell Head Waiter - Charles Chaplin Immigrant - James T. Kelley Shabby man in Restaurant - Edna Purviance Immigrant - John Rand Tipsy Diner Who Cannot Pay - Stanley Sanford Gambler on Ship - Albert Austin A Diner - Loyal Underwood Small Immigrant -
Reviews in German: «(...) Wie sich aus der Produktionsgeschichte von The Immigrant ersehen lässt (...), wurden zunächst die Restaurant-Sequenzen gedreht, die alsbald eine klassische Suspense-Situation etablieren: Der Held befindet sich in einem Raum, (...) in dem bald eine 'Bombe' (in diesem Fall: der furchterregende Eric Campbell) 'detonieren' wird. Doch obwohl diese Konstellation in drei Varianten durchgespielt wird (und Chaplin allein von der Bohnen essenden Edna Purviance mehr als hundert Einstellungen drehte), ergab diese Situation nicht genug Material für einen "Zweiakter" (...) von etwa 30 Minuten Länge. Mithin wurde die (...) Schiffspassage des Immigranten 'nachgedreht'. (...) Chaplin [verwendete] dabei (...) eine auf einen Drehzapfen montierte Kamera, die (...) Bilder konstanter Schlingerbewegung produzieren konnte. Mit dieser Aufnahmetechnik und Chaplins akrobatischen Fähigkeiten waren die Voraussetzungen geschaffen, um die Vorgeschichte des späteren Paares effektvoll zu inszenieren. Hinzu kamen der Perfektionswille und die damals einzigartige künstlerische Freiheit dieses Autorenfilmers: In einer viertägigen Dauersession wurden mehr als 12000 Meter belichteten Materials auf die benötigte Gesamtlänge von knapp 600 Metern (...) geschnitten.» (Quelle: Jürgen Felix: "Der Einwanderer", in: Thomas Koebner (Hg.): Filmklassiker, Bd. 1 1913-1946, Stuttgart 1995, S.38-39)
Remarks and general Information: «Einer der besten Kurzfilme von und mit Charlie Chaplin, der seine Komödie vor einem sehr realistischen Hintergrund entwickelt: Auf einem Schiff aus Europa landet der Tramp in Amerika, wo sich sein amerikanischer Traum jedoch nicht so recht zu erfüllen scheint. Mittellos versucht er in einem Lokal sowohl das Mädchen für sich zu gewinnen als auch eine warme Mahlzeit zu ergattern. Neben raffinierten und virtuosen Gags enthält der Film scharfe Kritik an sozialen Missständen in den USA.» (Stummfilmtage Bonn)

The rink

Directed by:   Charles Chaplin, USA - 1916
Production: Lone Star Corporation - Distribution: Mutual Film - Director: Charles Chaplin - Scenario: Charles Chaplin - Director of Photography: George C. Zalibra - William C. Foster (--??--) - Roland H. Totheroh - Art Director: George 'Scotty' Cleethorpe - Cast: Leota Bryan Edna's Friend - Lloyd Bacon Guest - Albert Austin Cook - John Rand Waiter - Edna Purviance The Girl - Charlotte Mineau Edna's Friend - James T. Kelley Her Father - Charles Chaplin A Waiter - Posing as Sir Cecil Seltzer - Eric Campbell Mr. Stout - Henry Bergman Mrs. Stout - Frank J. Coleman Restaurant Manager -