San Francisco Silent Film - Filmfestival 2014

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Reihe: Retrospektive

Das Cabinet des Dr. Caligari

(Wie ein Verrückter die Welt sieht), Regie:   Robert Wiene, Deutschland - 1920
Produktion: Decla-Film Gesellschaft, Holz & Co., Berlin - Verleih: Decla-Bioscop-Verleih GmbH, Berlin - Produzent: Erich Pommer - Rudolf Meinert - Produktionsleiter: Rudolf Meinert - Regisseur: Robert Wiene - Drehbuch: Hans Janowitz - Carl Mayer - Nach einer Vorlage von: Hans Janowitz - Kamera: Willy Hameister - Musik: Giuseppe Becce Uraufführung - Peter Schirmann Fassung 1964 - Rainer Viertlböck Neufassung - Architekt: Hermann Warm - Walter Röhrig - Walter Reimann - Kostümbild: Walter Reimann - Darsteller: Ludwig Rex Mörder - Friedrich Feher Franz - Rudolf Klein-Rogge Der Verbrecher - Werner Krauss Dr. Caligari - Hans Lanser-Rudolff Alter Mann - Elsa Wagner Hausherrin - Rudolf Lettinger Medizinalrat Dr. Olsen - Henri Peters-Arnolds Junger Arzt - Hans Heinrich von Twardowski Alan - Conrad Veidt Cesare - Lil Dagover Jeanne -
Inhaltsangabe : Der wohl bekannteste deutsche Stummfilm erzählt die Geschichte des dämonischen Schaustellers Dr. Caligari, der sich als Arzt einer Nervenheilanstalt entpuppt und dabei mindestens ebenso verrückt ist wie seine Patienten. Tagsüber präsentiert er auf dem Jahrmarkt den somnambulen Cesare, der ganz unter dem Einfluss von Caligari steht. Cesare sagt auf dem Jahrmarkt dem Publikum die Zukunft voraus und prophezeit Alan, dass er bald sterben müsse. In der folgenden Nacht wird der junge Mann ermordet, sein Freund Francis verdächtigt Caligari, hinter dem Mord zu stecken.
Als auch noch Francis' Freundin Jane von Cesare entführt wird, ist er seines Verdachts sicher und verfolgt den flüchtenden Caligari, bis er ihn in einem Irrenhaus wiederfindet. Francis entdeckt, dass Dr. Caligari der Direktor der Anstalt ist. Hier springt die Geschichte und setzt noch einmal neu an: Francis, der die Geschichte von Dr. Caligari erzählte, ist selbst Insasse der Nervenheilanstalt. Wer ist hier also verrückt? (ARTE Presse)
Kritiken : "Der berühmteste deutsche Stummfilm, ein Meisterwerk der provokanten Bildersprache des Expressionismus, ist einer der wichtigsten Psychiatriefilme. Auch heute noch aktuell." (Lexikon des Internationalen Films)
Anmerkungen: «Zur Restaurierung Berlinale 2014
Die aktuelle 4K-Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, ausgeführt von L'Immagine Ritrovata in Bologna, hat sich zum Ziel gesetzt, die Bildqualität, die Gestalt des Films, die expressionistischen Zwischentitel und die Charakteristik der historischen Färbungen möglichst überzeugend wiederherzustellen.

Wichtigstes Ausgangsmaterial der Digital-Restaurierung ist das Kamera-Nitro-Negativ, das bei den bisherigen Restaurierungen nicht berücksichtigt wurde, ergänzt durch internationale Exportkopien. Das Kamera-Negativ weist keine Zersetzungserscheinungen und nur wenige Schrammen auf, es enthält fast alle originalen Zwischentitel in Form von Blitztiteln. Allerdings ist es nicht vollständig: Die erste Rolle fehlt, in zwei Rollen ist die Perforation stark beschädigt, es gibt immer wieder Bildsprünge. All diese Fehlstellen galt es bei der Restaurierung durch anderes Material aufzufüllen und mittels eines digitalen Composit-Prozesses in Kontrast und Dichte an das Negativ-Material anzugleichen.

Durch den Rückgriff aufs Negativ ließ sich die Bildqualität des Films im Vergleich zu den bisherigen Restaurierungen erheblich verbessern, da die früheren Bearbeitungen auf gebrauchte Exportkopien aufbauten, die mehrfach umkopiert wurden. Deutlich wird diese Verbesserung bei den Zwischentiteln; die bisherigen Restaurierungen haben auf eine 16-mm-Kopie zurückgegriffen, darunter haben Schärfe und Kontrast sehr gelitten - bis hin zur Unleserlichkeit.

Durch den Einsatz von maximal auflösender Digitaltechnik ist eine Angleichung heterogener Ausgangsmaterialien sehr gut möglich. Ein weiterer wesentlicher Fortschritt der Digitalrestaurierung besteht in der authentischen Wiedergabe der historischen Einfärbungen. Diese sind bei Caligari besonders interessant, da in der Rahmengeschichte mehrfarbige Tönungen eingesetzt wurden, die den irrealen Effekt dieser Geschichte verstärken. In der Restaurierung aus den 80er Jahren wurde die Umkopierung mittels Farb-Inter-Negativ vorgenommen, das nicht alle Farben adäquat wiedergab.

Insofern ist die neue Caligari-Restaurierung auch ein Leistungsbeweis dessen, was durch den Einsatz der Digitaltechnik im Bereich der Filmrestaurierung und dank einer internationalen Zusammenarbeit inzwischen erreicht werden kann.» (arte Presse)

Hijosen no onna

Regie:   Yasujirô Ozu, Japan - 1933
Produktion: Shochiku Kamata - Regisseur: Yasujirô Ozu - Kamera: Hideo Mohara - Darsteller: Kinuyo Tanaka Tokiko - Joji Oka Joji - Sumiko Mizukubo Kazuko - Koji Mitsui (AKA Hideo Mitsui) Hiroshi, Kazuko’s brother -

Kosmicheskij rejs

Regie:   Vasilij Zhuravljov, UdSSR - Sowjet Union - 1936
Regisseur: Vasilij Zhuravljov -

Njeobichajnie prikljuchenja mistjera Vesta v Stanje Bolshevikov

(Die sonderbaren Abenteuer des Herrn West im Lande der Bolschewiken, Die ungewöhnlichen Abenteuer des Herrn West im Lande der Bolschewiken, Die seltsamen Abenteuer des Mister West im Land der Bolschewiki), Regie:   Lev Kuleshov, UdSSR - Sowjet Union - 1924
Produktion: Goskino (Moskau) - Regisseur: Lev Kuleshov - Regieassistent: Sergej Komarov - Leo Mur - Aleksandra Khokhlova - Leonid Obolenskij - Porfiri Podobed - Vsevolod Pudovkin - Drehbuch: Vsevolod Pudovkin - Lev Kuleshov - Nikolai Asejev - Kamera: Aleksandr Levitskij - Darsteller: Boris Barnet Jeddy - Vsevolod Pudovkin Schban - Vladimir Fogel - Porfiri Podobed Mr. West - Leonid Obolenskij - Pjotr Galadzhev - Aleksandra Khokhlova Gräfin - Vjera Lopatina - Sergej Komarov -
Inhaltsangabe : Mr. West, ein netter und harmloser Yankee, will mit der jungen Sowjetunion Geschäfte machen und reist in das Land der Bolschewiken: ein unbekanntes Territorium voll böser Überraschungen und wilder Kerle, die sich als Bolschewiken ausgeben.
Der Amerikaner Mister West möchte sich dieses seltsame neue Land, die Sowjetunion, mit eigenen Augen ansehen. Seine Freunde schicken ihm warnende Briefe und amerikanische Zeitschriften, die die Bolschewisten als bis an die Zähne bewaffnete Meuchelmörder und Wilde in zottigen Pelzen darstellen. Das kann ihn zwar nicht aufhalten, auf Anraten seiner Frau beschliesst er jedoch, zu seinem persönlichen Schutz den Cowboy Jeddy mitzunehmen.
Mr. Wests Ankunft in Moskau bleibt, da er mindestens ein halbes Dutzend Koffer mit sich führt, nicht unbemerkt. Dass ihm seine Aktentasche im Nullkommanichts unter der Nase weg gestohlen wird, bestätigt ihn in der Überzeugung, dass er sich in Moskau unter Wilden befindet, vor denen ihn nur Jeddy - in voller Cowboy-Montur, mit Lasso und geladenem Colt - schützen kann. Der Taschendieb gibt die Nachricht von der Ankunft des reichen Ausländers an seine Bande weiter. Die Gauner kommen schnell zu dem Schluss, dass der Geruch von Dollars in der Luft liegt und planen einen grossen Coup... (ARTE Presse)
Kritiken : Kölner Stadtanzeiger: "Exzentrisch burleske Komödie"

"DIE SELTSAMEN ABENTEUER DES MR. WEST ist ganz im Stil eines amerikanischen Detektivfilms gehalten, ironisiert aber gleichzeitig westliche Vorurteile über die Zustände in der Sowjetunion. Die Fabel des Films ist grotesk: Der amerikanische Senator West begibt sich in die Sowjetunion, in der Erwartung, dort - wie es illustriert Lehrbücher verheissen - fellgekleidete Wilde vorzufinden; zu seinem Schutz hat ereinen Cowboy mit Lasso mitgenommen. In Moskau fällt Senator West einer Bande von Gangstern in die Hände, die dem naiven Amerikaner weismachen, sie würden ihn beschützen, um so Geld aus ihn zu ziehen; doch rechtzeitig erscheinen die wirklichen Bolschewisten und entlarven die Gangster. Die Darsteller des Film, unter ihnen Pudowkin, befleissigten sich einer ekstatischen Mimik und Gestik, die ausgezeichnet zu dem parodistischen Stil des Films passte. Kuleschow ging es um den Beweis, dass spezifisch trainierte Filmdarsteller besser seien als "psychologisch-theatralische Filmstars". Tatsächlich begründete dieser Film einen neuen, dem Expressionismus verwandten Darstellerstil, der im Sinne Meyerholds die zeichenhafte Veräusserlichung innerer Zustände anstrebte.
(Ulrich Gregor/Enno Patalas: Geschichte des Film; Sigbert Mohn Verlag, Gütersloh 1962)

Der Film war erst die zweite Produktion von Goskino, woher die zahlreichen materiellen Schwierigkeiten rührten, die es während der Dreharbeiten zu überwinden galt. Die technische Ausrüstung war unzureichend, die Projektoren waren zu schwach, die Dekors schlecht gebaut und da die Heizung nicht funktionierte, war es bei den Dreharbeiten bitter kalt. Und dann wurde Komarow auch noch von einer umstürzenden Tür verletzt und Chochlowa erkrankte an Röteln.

Trotzdem entstand eine Komödie, die ganz dem parodistischen Sinn ihrer Zeit entsprach. Ihre konter-propagandistische Handlung verfolgt das doppelte Ziel, die Erfolge der jungen Republik zu loben, und gleichzeitig die Schmähreden der westlich-amerikanischen Presse der Lächerlichkeit preiszugeben. Dieser Film kann es mit den besten ausländischen Komödien aufnehmen; er steht ihnen in puncto Technik und künstlerischem Ausdruck in nichts nach.
(Eric Schmulevitch: Kouléchov. Anthologie du Cinéma 77; Beiheft zu: L.Avant-Scène du cinéma Nr. 145, März 1974)

Lew Kuleschows Studio, in dem DIE ABENTEUER DES MR. WEST IM LANDE DER BOLSCHEWIKEN gedreht wurden, wird allgemein als den anderen Studios überlegen betrachtet, weil sein Leiter ein erfahrener Theoretiker ist, weil im Studio auf konsequente Weise mit dem menschlichen Material (d.h. den Schauspielern) gearbeitet wird, und zuletzt, weil eine lautstarke Werbung es behauptet. In den letzten Jahren erschienen in der Fachpresse zahlreiche Portraits und photographische Studien von Kuleschow sowie Essais über seine Ideen und seine Filme, was das Interesse zeigt, das die Fachpresse an diesem Studio hat, von dem sie erwartet, dass es unsere kinematographische Produktion strahlend erneuere.

Der junge Regisseur gab in den letzten Jahren Anlass zu den grössten Hoffnungen und sorgte zudem durch seine Erklärung: "Es lebe die Amerikanisierung des sowjetischen Alltags!" für Aufsehen. Kuleschow und seine Kameraden begeisterten sich für das westliche Kino, das sie imitierten. All das findet sich auch im MR. WEST. (Nikolai Judin, in: Prolet Kino Nr. 2, 1924)

Mr. West wurde in Amerika geboren. Was hat ihn veranlasst, in die UdSSR zu emigrieren? Kuleschows fehlende Einbildungskraft. Das Kino beruht auf dem, was man aus seinem Material machen kann. Diese simple Tatsache scheint sich in Russland schneller abzunutzen als dass die anerkannt würde. Man probiert sie aus und dann legt man sie wieder ab, wie man es mit einem Paar zu teurer Hosen in einem Laden macht: solche Hosen sind abgenutzt, bevor sie das erste Mal richtig benutzt werden. Indem bestimmte Sachen ständig wiederholt werden, werden sie vulgär, ohne dass irgend jemand sie jemals durchgeführt hätte. Man sollte nicht wie ein schlechter Schüler die Antwort seines Nachbarn abschreiben, sondern durch sein Vorbild lernen, seine eigenen Aufgaben zu lösen. (Viktor Shklovskij, in: Kino Gazeta Nr. 21, 1924)

"A wonderfully baroque satire and a splendidly conceived Soviet response to the capitalist ideology enshrined in Hollywood genre films. Kuleshov's hero, a naive American captured by Russian criminals and fed a vision of Communism in accordance with Russian propaganda, parodies the Harold Lloyd persona which had enshrined the success ethic. Yet the pastiche is strikingly affectionate, proof of the heroic optimism which allowed propaganda to be inflected through playfulness and alongside a frank admission of the continuing existence of dissident opinion with the USSR. A marvellously inventive film, superbly acted by Pudovkin, Barnet and the truly extraordinary Kokhlova." (Alex Jacoby, film in context)

«Clevere Propaganda des Filmpioniers Lev Kuleschow (1899-1970), wegweisend montiert und eindrücklich inszeniert» (tele 8/2008)
Anmerkungen: Dieser Film steht am Beginn der sowjetischen Kinematografie und war eine der ersten Produktionen der Kinowerkstatt von Lew Kuleschow mit Studenten der Staatlichen Filmschule Moskau; eine Gaunerkomödie, die - kaum sieben Jahre nach der Oktoberrevolution - ausländische Klischeevorstellungen des Bolschewismus aufs Korn nimmt. (Pressetext Arte)

«Mit Klassenkampf und Revolutionspathos hat dieser Film wenig zu tun und so erregte er bei seiner Uraufführung starke Proteste seitens der Partei, die Kuleschows überdrehter Satire Formalismus vorwarf. Umso mehr begeistert heute der Film, seine nach wie vor mitreissende Wirkung verdankt er der schnellen Montage und dem exzellenten Spiel der Protagonisten, die, wie Lew Kuleschow, die russische Filmgeschichte geprägt haben: Alexandra Chochlowa, die die Rolle der Gräfin übernimmt, verkörperte Zeit ihres Lebens den Typus der exzentrischen Schauspielerin. Boris Barnet, in der Rolle des Cowboy Jeddy zu sehen, ist in die Filmgeschichte als Vertreter eines leisen, komödiantenhaften Stils im sowjetischen Film eingegangen. Wsewolod Pudowkin zählt neben Eisenstein und Dowschenko zu den drei grössten sowjet-russischen Regisseuren.
Regisseur Lew Kuleschow (1899 - 1970) gehört zu den Pionieren des sowjetischen Kinos und hatte zeit seines Lebens mit starken künstlerischen Repressionen zu kämpfen. Einflussreich blieb er aber als Dozent der Staatlichen Filmhochschule in Moskau, wo er ab 1922 unterrichtete. In die Filmgeschichte ist Kuleschow mit seinen in den 20er Jahren realisierten Montageexperimenten eingegangen, mit denen er bewies, wie sehr Filmwirkung von der Montage der Bilder und erst in zweiter Linie von den einzelnen Bildmotiven bestimmt ist, der sogenannte Kuleschow-Effekt. Ein weiteres Phänomen, das ihn als Fan amerikanischer Abenteuerfilme und Theoretiker des russischen Konstruktivismus interessierte, war das Phänomen der Bewegung.» (Presse Arte)

The Epic of Everest

Regie:   Captain John Noel, Grossbritannien - 1924
Regisseur: Captain John Noel - Darsteller: Captain John Noel -

The Four Horsemen of the Apocalypse

(Weltenwahn, Die vier apokalyptischen Reiter, Die vier Reiter), Regie:   Rex Ingram, USA - 1921
Produktion: Metro Pictures Corporation - Verleih: Metro Pictures Corporation - Produzent: Rex Ingram - Regisseur: Rex Ingram - Regieassistent: Walter Mayo - Drehbuch: June Mathis - Nach einer Vorlage von: Vicente Blasco Ibáñez novel 'Los cuatro jinetes del Apocalipsis' - Kamera: John F. Seitz - Kamera Assistent: Sterrett Ford - Walter Mayo - Milton Krasner - Musik: Carl Davis Restored version 1993 - Ernst Luz (/xx/) - Louis F. Gottschalk - Schnitt: Grant Whytock - Architekt: Amos Myers - Joseph Calder - Weiteres Team: Kevin Brownlow Restored version 1993 - Darsteller: John George Ranchhand in Argentina (/xx/) - Isabelle Keith The German Woman - Arthur Hoyt Lieutenant Schnitz - J. Jiquel Lanoe The French Husband (AKA Jacques Lanoe) - Noble Johnson Conquest - Minnehaha The Old Nurse - Henry Klaus Heinrich von Hartrott - Beatrice Dominguez Tango Dancer - Rudolph Valentino Julio Desnoyers - Louis Dumar in the War scenes (/xx/) - Carrie Daumery La Marseillaise (/xx/) - Richard Arlen (/xx/) - Bull Montana The French Butcher - Claire de Lorez Mademoiselle Lucette, Model (AKA Madlle. Dolorez) - Harry S. Northrup The Count - Nigel de Brulier Tchernoff, The Russian - Derek Ghent René Lacour - Mark Fenton Senator Lacour - Alice Terry Marguerite Laurier - John St. Polis Etienne Laurier (AKA John Sainpolis) - Stuart Holmes Captain von Hartrott - Mabel Van Buren Elena - Virginia Warwick Chichi - Josef Swickard Marcelo Desnoyers - Jean Hersholt Prof. von Hartrott - Wallace Beery Lt. Col. von Richthoffen - Ramon Novarro Party Gast (/xx/) (AKA Ramon Samaniegos) - Curt Rehfeld Major Blumhardt - Jacques D'Auray Hauptmann D'Aubrey - Kathleen Key Georgette, their daughter - Georgia Woodthorpe Lodgekeeper's Wife - Edward Connelly Lodgekeeper - Bowditch M Turner Argensola - Bridgetta Clark Doña Luisa - Brinsley Shaw Celendonio - Alan Hale Karl von Hartrott - Pomeroy Doc Cannon Madariaga, the Centaur -
Inhaltsangabe : Madariaga, a wealthy old cattle owner of Argentina who despises his German son-in-law, lavishes all his affections on Julio. After Madariaga's death, the estate is divided and all the family disperse to Europe: the von Hartrotts to Germany and the Desnoyers to Paris. Julio buys a castle on the Marne and opens a studio, where he entertains, paints pictures, and soon falls desperately in love with Marguerite Laurier, youthful wife of a jurist. War comes, Marguerite joins the Red Cross, and her husband enlists. Finding him blinded, she determines to resist the attentions of Julio. Spurred on by the words of a stranger, who invokes the Four Horsemen--War, Conquest, Famine, and Death--Julio enlists, and after distinguishing himself for bravery he is killed in an exchange with his cousin, an officer in the German Army. (Turner Classic Movies)
Kritiken : "Zwei Hollywood-Grössen brachte der Film hervor: Rex Ingram als Regisseur sowie Rudolph Valentino als neuem Herzensbrecher. Abgesehen vom kriegspropagandistischen Inhalt, überzeugt zum Teil das handwerkliche Können, die gepflegte Kameraarbeit und die Montage, besonders aber das Spiel von Rudolph Valentino. Wie er den Tango tanzt, hat Schwung und Seele." (Zoom)

"The Four Horsemen of the Apocalypse ist der Film, der den gebürtigen Italiener Rudolph Valentino (1895-1926) weltberühmt machte. Wer das prachtvoll inszenierte, von grossen Emotionen überschäumende Werk heute sieht, wird darin deshalb nicht so sehr ein Denkmal für die ungezählten Toten des Krieges erblicken, sondern ein Denkmal für den viel zu früh verstorbenen Hauptdarsteller: Valentino verkörperte wie kein anderer vor ihm oder nach ihm das Inbild des Latin Lover. Männlichkeit, Eleganz und Leidenschaft verbanden sich in seinem Spiel auf unnachahmliche Weise. Sein glutvoller Blick und sein Sexappeal liessen die Frauen schmelzen und ihre Männer vor Eifersucht rasen. Die Szene, in der er mit seiner Partnerin den Tango tanzt, markiert einen Höhepunkt der erotischen Filmkunst. In Deutschland verursachte der Film zu seiner Entstehungszeit einen Skandal. Seine Vorführung wurde boykottiert, weil er die Deutschen nicht gerade vorteilhaft darstellt.

Ein mitreissendes Melodram, das vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges von verbotener Liebe und Bewährung, von Hass und Tod erzählt. Der hitzköpfige Julio (Rudolph Valentino) wächst in Argentinien als Spross einer reichen Gutsbesitzerfamilie auf und verführt mit seinem Tangotanz die schönsten Frauen. Als er zum Studium nach Paris geschickt wird, in die Heimatstadt seines Vaters, beginnt er eine leidenschaftliche Liebesaffäre mit der verheirateten Marguerite (Alice Terry). Dann aber bricht der Weltkrieg aus. Ein alter Mann prophezeit die Rückkehr der vier apokalyptischen Reiter: Sie bringen Pest und Krieg, Hungersnot und Tod. Marguerites Ehemann kehrt schwer verletzt von der Front heim, und die Frau wendet sich von ihrem jungen und sorgenlosen Liebhaber ab. Daraufhin bricht Julio mit seinem alten Leben und will sich selbst an der Front bewähren.

Hinweis: Der Titel geht übrigens auf eine Stelle in der Offenbarung (Offb 6,1-8) sowie auf einen Holzschnitt von Dürer zurück." (www.stummfilmkonzerte.de)

«Ein Lebensbild aus der Kriegszeit nach den Roman von Blanco Ibanez, mit Alice Terry und Rudolphe Valentino. Regie: Rex Ingram - Vorerst: Die vier schrecklichen Reiter sind Neid, Krieg, Seuche und Tod. Mit diesen Symbolen und dem grossen Völkermorden als Hintergrund, entwickelt sich ein Menschenschicksal. Ein Maler ist zu der Frau eines Anderen in Beziehung getreten. Als dieser ihn betreten und zum Duell gefordert, muss der Betrogene bei Kriegsausbruch einrücken, während seine Frau Krankenpflegerin wird und ihn, der im Felde erblindet, betreut. Nun rückt auch ihr Geliebter freiwillig ein und findet im Kampfe von der Hand seines, der feindlichen Armee angehörigen, Schwagers den Tod. Die junge Frau, welche zu ihm fliehen wollt, bleibt nun bei ihrem Manne. - Das Sujet ist, soweit rein menschliche Konflikte in Frage kommen, durchaus packend und ansprechend gearbeitet, die Darstellung sehr gut, desgleichen Aufmachung und Photos. Die an dem Film vorgenommenen Kürzungen sind geschickt durchgeführt und nur selten wahrnehmbar. Zusammenfassend genommen, rein qualitativ ein sehr guter Film, bei dem aber hinsichtlich der geschäftlichen Seite dem Umstande, dass er als Kriegsdrama anzusprechen, Beachtung zu schenken ist. (Paimann's Filmlisten Nr. 470 vom 10. April 1925, pg 56)

«New York Times, Published: March 7, 1921

The motion-picture version of Vicente Belasco Ibañez's impassioned novel of the war. "The Four Horsemen of the Apocalypse," was presented for an indefinite run, under the direction of Dr. Hugo Riesenfeld, at the Lyric Theatre last night. A large number of spectators, many of them invited for the occasion, gave it hearty approval.

It is as a work in kinetic photography the screened "Four Horsemen" should first be considered, because its standing as a photoplay depends upon its pictorial properties and not upon its relation to a widely read novel. The most important fact about the production, then, is that, although it has a good deal of the wordiness, erratic tempo and illogical emphasis common to screen adaptations of printed stories, it is nevertheless distinguished from many other works of its kind by genuine cinematographic qualities. It is made, if not entirely, at least in large part, of telling moving pictures. Many of its scenes are the result of fine photography, and, better still, fine cinematography. Rex Ingram, the director of the production, is among those who believe that principles of painting and sculpture should be applied to motion pictures, and scenes in "The Four Horsemen" are concrete illustrations of what the application of these principles means. Evidently Mr. Ingram's expressed ideas are not merely subjects of idle conversation with him. He tries to do what he says ought to be done. His pictures, for example, are smooth and soft, and yet as distinct as the sharpest photography could make them; they are effectively lighted; and their dramatic, as well as purely pictorial, value has been moving and still objects. Mr. Ingram must have devoted much time and thought to composition, and in a number of instances he has achieved something different and better than materials at the disposal of other directors and frequently used by them in the last few years. For example, there is a scene of troops marching through a French village, which is scarcely a new subject at this post-war date, yet Mr. Ingram has presented it with new effectiveness by breaking the main line of march of the troops and occasionally diverting from it companies and squads of men. Thus he has given fluidity and unity to his whole scene instead of dividing it into two still pictures as a continuous column of men moving in a straight line or simple curve would do - and often has done in other photoplays.

Mr. Ingram has made many eloquent motion pictures. This means that, although the spectator now and then has the impression that the photoplay is simply the novel splendidly illustrated, this impression is dissipated as often as it is formed by scenes and successions of scenes which speak for themselves, tell their part of the narrative in their own language without the aid of words. The execution of the citizens of Villeblanche, for example, is done in pure cinematography, and is one of the most impressive incidents of the story. In bringing the symbolic Four Horsemen into the photoplay Mr. Ingram again has done his work cinematographically, and with such a discerning sense of the unreal in reality that what might easily have been banal or incongruous has become a pervading and leavening part of the picture.

The photoplay has been cast with a clear eye for types and acting ability. The characters used primarily to give color to the picture - South American natives. Spanish, French and German specimens - are all strikingly individualized, and those who have the more extensive roles not only look their parts but act them intelligibly, especially Rudolph Valentine as the young Julio, Joseph Swickard as old Don Marcelo, Alice Terry as Marguerite, Alan Hale as Karl von Hartrott, and Nigel De Brulier as Tchernoff, the Russian mystic.

Many will want to know, of course, how closely the photoplay resembles the book, and they may be assured that it is, on the whole, a faithful and appreciative translation of what Blasco Ibañez wrote. There have been changes, some necessary or wise, others capricious, but June Mathis, who made the scenario, has followed the main trend and thought of the novel. All things considered, she has done a difficult job well. There have been omissions, of course, as all of the book could not be put into a film of reasonable length, but the part of the story that is its reason for existence, the latter section dealing with the war, has been treated adequately and in the intense spirit of the original. The section dealing with South American life has been only sketched, though vividly in spots, and its chief character, the old centaur, Madariaga, has just been mentioned in passing, so to speak. The love affair between Julio and Marguerite and the character of Tchernoff have been considerably idealized, and the death of Julio has been made more melodramatic than it was in the novel. Also the spiritistic element, absent from the book, has been introduced into the photoplay, and another innovation, much less justifiable, is the bringing in of a pet monkey which has been made to act as if he definitely understands and sympathizes with the moods and situations of the human beings around him. Of course, trained animals do not do this, and the tricks of the monkey are simply broad comedy, entirely out of harmony with the rest of the story. It was felt, no doubt, that "comic relief" was desirable in so serious a work, and accordingly the incongruous animal was dragged in to supply the missing ingredient, but the added stuff does not accomplish the first business of an ingredient, which is to mix with the other ingredients of a compound. It is too bad that the adapters felt called upon to monkey with their material.

When all is said about "The Four Horsemen," however, the central fact remains that it is an exceptionally well done adaption of a novel, and an extraordinary motion picture work to boot.
Anmerkungen: Von seinem Start weg war der Film ein ungeheuerlicher Erfolg für die am Rande des Bankrotts stehende Metro, und Marcus Loew hatte dadurch innerhalb eines Jahres sein ganzes Investment für die Metro-Gruppe amortisiert. - Regisseur Ein Remake Vincente Minnelli drehte 1962 ein Remake für die MGM gedreht, wobei die Handlung in den Zweiten Weltkrieg verlegt wurde.

"...Dagegen hat Metros THE FOUR HORSEMEN OF THE APOCALYPSE einen fabelhaften Erfolg. Der Film läuft gleichfalls in einem grossen Broadwaytheater..." (Amerika, Up to Date, Paul Kohner, Kinematograph # 748, 12. Juni 1921)

"bf. (...) Rex Ingrams Werk Die vier apokalyptischen Reiter wurde einstimmig als bestes erklärt, als zweites folgte der Chaplinfilm The Kid, als drittes der Foxfilm Over the Hill (...)" (Der Kinematograph, Düsseldorf, Nr. 776, vom 1. Januar 1922, pg 23)

Deutsche Hetzfilme in Oesterreich


Aus Wien wird uns berichtet, dass dort schon in allernächster Zeit einer der schlimmsten Hetzfilme, nämlich "Die vier apokalyptischen Reiter", zur Vorführung gelangen soll.
ganz abgesehen davon, dass dieses Bild, als es erschien, letzten Endes genau so gegen Oesterreich wie gegen Deutschland gerichtet war, halten wir es natürlich für undenkbar, dass ein Film, der die schwersten Verleumdungen und Verunglimpfungen gegen Deutschland enthält, ausgerechnet in Oesterreich vorgeführt werden soll, während selbst in ehemals feindlichen Staaten die Verbreitung unterbunden worden ist.
Wir nehmen an, dass es nur einer einfachen Intervention beim Bundeskanzler bedarf, um die nötigen Verfügungen zu veranlassen. [Der Kinematograph Nr. 857, 22. Juli 1923, pg 14]


Die vier Reiter der Apokalypse
Wir werden im Anschluss an unseren Artikel in Nr. 14 "Freigabe eines deutschfeindlichen Films in Frankreich" darauf aufmerksam gemacht, dass dieser zur Zeit in Frankreich laufende amerikanische Film eine Spanier, Vincente Blasco-Ibanez zum Verfasser hat, der während des Krieges nach New York gekommen ist. Hersteller des Films ist die Metro Pictures Corporation, die ebenfalls wie andere Firmen sich durch deutsche Schmähfilme unrühmlichst bekannt gemacht hat." (Der Film Nr. 16, vom 16. April 1922, pg 56)

In Österreich 1925 unter dem Titel "Weltenwahn" in einer gekürzten Version von Vorspiel und sechs Akten mit einer Länge von circa 2000 Metern aufgeführt. siehe dazu Paimann's Filmlisten Nr. 470 vom 10. April 1925, pg 56

Gerichtstag über die "Apokalyptischen Reiter"


Die Teilnahme an der Vorführung der "Apokalyptischen Reiter" im U.T. Kurfürstendamm ist nicht sehr rege. Wirklich prominente Köpfe aus Politik und Journalismus sieht man kaum. Die eingeladenen Reichsämter sind nicht durch führende Persönlichkeiten vertreten ! Drei Uniformen aus dem Reichswehrministerium beleben das Bild. Unter der Presse wird Friedrich Hussong bemerkt. Auch Professor Lampe ist da; die Filmindustrie in allen ihren Sparten. Beim Eintritt erhält jeder Teilnehmer eine Abstimmungskarte, auf der er folgende Frage beantworten soll: "Erachten Sie den Film "Die vier apokalyptischen Reiter" in der am 10. November 1926 in Berlin vorgeführten Fassung noch als deutschfeindlich und verhetzend?" Dann begrüsst Schüller als Vorsitzender des Reichsverbandes die Versammelten. Es fällt auf, dass er das Urteil über den Film eigentlich schon vorweg nimmt. Denn er sagt, er wolle durch diese Vorführung beweisen, dass der Film nicht mehr als deutschfeindlich aufgefasst werden kann. Er teilt ferner offiziell mit, dass der Berliner Vertreter der Metro versichert habe, der Film würde aus dem ganzen Weltverkehr gezogen, wenn das Votum gegen ihn ausfallen sollte. Es dürfte interessieren, ob die anwesenden Angestellten der Ufa und Parufamet sich an der Abstimmung beteiligen. [LichtBildBühne 1926 xxx ]


Aktion des Reichsverbandes gegen die "Apokalyptischen Reiter"


Der Reichsverband deutscher Lichtspieltheaterbesitzre hat sich in Sachen des Hetzfilms "Die vier apokalyptischen Reiter" sowohl an das Auswärtige Amt wie auch an die Deutsche Botschaft in London direkt gewandt. Er hat beiden Stellen die von der Delegierten-Versammlung am 23. November einstimmig gefasste Resolution zur Kenntnis gegeben, die wir bereits erwähnten und weiter unten vollinhaltlich abdrucken. In dem Begleitschreiben an das Auswärtige Amt heisst es, anschliessend an die Resolution: Wir haben diesele an die Deutsche Botschaft in London weitergeleitet mit dem Ersuchen, dortseits mit allen Mitteln dahin wirken zu wollen, dass dieser das Deutschtum in unerhörter Weise verletzende und herabwürdigende Film in London sowie in ganz England von der Bildfläche verschwindet, um so mehr als dieser Film, wie wir durch Augenzeugen beweisen können, auch jetzt noch in London in der Originalfassung gezeigt wird. Es ist also nicht eine einzige Aufnahme herausgenommen, die in der vorbezeichneten Weise das Deutschtum verletzt. Wir bitten das Auswärtige Amt seinerseits mit allem Nachdruck auf die Deutsche Botschaft in London einwirken zu wollen, dass unserem Verlangen entsprochen wird und dieser grösste aller bisher erschienenen Hetzfilme gegen Deutschland endgültig aus der öffentlichen Vorführung ausgeschlossen wird. Wir bitten Sie, uns von den getroffenen Massnahmen gefälligst in Kenntnis setzen zu wollen.
Aus diesem Schreiben ergibt sich zwingend, dass die "Apokalyptischen Reiter" nach wie vor in der unveränderten Form laufen und ihre vergiftende Wirkung auf das englische Volk ausüben. Dies steht in schroffem Widerspruch zu den Erklärungen der Metro-Goldwyn dem deutschen Botschafter in Washington und dem Generalkonsul in New York gegenüber, die von Will Hays bestätigt worden sind. Dies steht aber auch in schroffem Widerspruch zu den dem Reichsverband seitens der Parufamet abgegebenen Erklärungen. Das ganze lässt sich nur als ein ungeheuerliches Täuschungsmanöver dem deutschen Volk gegenüber charakterisieren. Nach diesen unbegreiflichen Vorgängen wird es uns nicht wundernehmen, wenn die deutschen Theaterbesitzer sich zur grössten Zurückhaltung beim Spielen von Metro-Filmen entschliessen, weil das Bekanntwerden dieser Vorgänge im irregeführten deutschen Volk eine ebenso grosse wie begreifliche Erregung gegen die Metro auslösen muss. - Die Reolution der Delegierten-Versammlung heisst im vollen Wortlaut:
Die heute versammelten Delegierten aus allen Provinzen des Deutschen Reiches stellen fest, dass in den ganzen Kriegsjahren und bis zum heutigen Tage in Deutschland nicht ein Film gezeigt wurde, welcher den Nationalstolz und die Heimatliebe der einstigen Kriegsgegner brutal verletzte.
Wir bedauern im Interesse des Weltfriedens, dass Theaterbesitzer in Amerika, England usw. sich dazu hergeben, erneut vergiftende Saat zwischen die einzelnen Volksmassen zu säen, wo alle Staaten den Weltfrieden brauchen.
Der Film "Die vier apokalyptischen Reiter" der amerikanischen Firma "Metro-Goldwyn-Mayer" ist ein Hetz- und Schundfilm schlimmster Art und in heutiger Zeit ein Hohn auf Zivilisation.
Wir fordern die Lichtspieltheaterbesitzer der ganzen Welt auf, dieses Machwerk vom Spielplan abzusetzen, um damit dem wirklichen Weltfrieden zu dienen. [LichtBildBühne ]


The General

(Der General), Regie:   Buster Keaton, USA - 1926
Produktion: Buster Keaton Productions Inc. - Produzent: Joseph M. Schenck - Regisseur: Buster Keaton - Clyde Bruckman - Drehbuch: Charles Henry Smith AKA Charles Smith - Al Boasberg - Nach einer Vorlage von: Clyde Bruckman - William Pittinger "Die Lokomotive" - Buster Keaton - Kamera: Devereaux Jennings - Bert Haines - Architekt: Fred Gabourie - Darsteller: Tom Nawn Offizier - Charles Henry Smith Annabelles Vater (AKA Charles Smith) - Marion Mack Annabelle Lee - Frederick Vroom General der Südfstaaten - Joe Keaton Offizier - Buster Keaton Johnnie Gray - Jim Farley General Thatcher - Mike Donlin Offizier - Glen Cavender Captain Anderson, Chefspion - Frank Barnes Annabelles Bruder - Frank Agney Ausbilder -
Inhaltsangabe : Buster Keaton spielt Johnny Gray, einen Lokomotivführer, der zwei Lieben in seinem Leben hat, seine Lok, den "General", und Annabelle Lee (Marion Mack). Als der amerikanische Bürgerkrieg ausbricht, will Annabelle Buster in Konföderierter Uniform sehen, aber die Armee lehnt ihn ab. Annabelle zürnt. Als schlißlich ein Spion sowohl Annabelle als auch den "General" raubt, macht sich Buster auf ins Feindesland, um beide zurückzugewinnen. Durch eine Verkettung von Zu- und Unfällen erfüllt er dabei nicht nur seine Mission, sondern wird außerdem zum Kriegshelden. Und Annabelle liebt ihn jetzt auch... (Pressetext)
Kritiken : "Buster Keaton - der Mann, der niemals lachte - in seiner Paraderolle als Zugführer Johnnie, der nur eines mehr liebt als seine Lokomotive "General": seine Freundin Annabelle Lee. Bei Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges möchte Johnnie an vorderster Front mitkämpfen, doch die Konföderierten brauchen seine Dienste als Maschinist - und seine Maschine. Als der "General" von Spionen entführt wird, mit Annabelle an Bord, beginnt eine wilde Verfolgungsjagd auf Schienen." (NZZ, zz.)
Anmerkungen: " "Buster Keaton ist die Allegorie der Geistesabwesenheit. Wo sein Geist sich eigentlich aufhält, kann niemand ergründen. Vielleicht ist er überhaupt nicht vorhanden, vielleicht sucht er auch nur etwas, das ihm wesentlich ist. Die Welt enthält alles Mögliche; das von Buster gesuchte enthält sie gerade nicht. Darum läßt er sie stehen, Buster bekümmert sich nicht um diese Welt. Die Dinge stoßen ihn, daß er stolpern muß, die Leute verwickeln ihn in ihre Geschäfte, die er nicht versteht. Das stört ihn, wie Fliegen stören, doch abgelenkt wird er nicht. Ohne Bewegung und unveränderten Gesichts geht er durch die Welt hindurch, sie ist zudringlich, er geht fort. [...] Daß ein Krieg Buster Keaton nichts angeht, bedarf kaum der Erwähnung. Für das Militär und die Bevölkerung mag er wichtig sein, aber Buster ist weder Militär noch Bevölkerung, er ist abwesend. Oder vielmehr: er ist Lokomotivführer, und seine Lokomotive heißt: 'General'. Den 'General' muß man gesehen haben [...] Gegen die Langsamkeit, mit der das Konglomerat dahinrast, ließe sich vom heutigen Standpunkt ein entschiedener Vorwurf erheben; aber dafür ist es ein anhängliches lebendiges Wesen, das zu Buster in einem besonderen Vertrauensverhältnis steht wie nur alte zerfetzte Automodelle zu den Neapolitanern. Es hat Ecken, Kanten und Stege, auf denen er spazieren gehen kann, es hat einen geräumigen Puffer, auf dem er sich in Mußestunden, wenn die Fahrt glatt vonstatten geht, der Lektüre eines Lieblingsromans widmen mag. Buster behandelt die Maschine wie einen klugen, schrulligen Neufundländer, dessen Verkehr stets Abwechslung bringt. Ruhig dampfte er zwischen den Nord- und Südarmeen hin und her, wäre nicht ein Mädchen, das in ihm Gefühle erweckte, die ihn erreichen. Dieses hübsche Kind verlangt, daß auch Buster Soldat werde und in Schlachten ziehe. Gut also, um des Mädchens willen mischt sich Buster in den Krieg. Man weist ihn aber zurück, weil er als Lokomotivführer notwendiger sei. Niemals hätte er sich träumen lassen, daß er auf dem 'General' gewissermaßen eine militärische Mission zu erfüllen habe. Er begreift es nicht, er ist traurig, daß er nicht in den Krieg soll, wegen des Mädchens. Nun beginnt eine entzückende Odyssee Busters und des 'Generals'. [...] Das sind die Kriegsabenteuer Busters und seines 'Generals'. Die beiden wären viel lieber ungestört hin und her gefahren, aber das Mädchen hatte es nicht anders gewollt. Ob mit dem Gewinn des Mädchens die Geistesabwesenheit behoben ist, dürfte zweifelhaft sein. Jedenfalls eher als durch einen wichtigen Krieg. Aber am Ende ist es doch am richtigsten, auf dem Promenadendeck des 'Generals' durch die Welt zu fahren, die das Gesuchte nicht enthält." (Siegfried Kracauer. FZ 5.5.1927) The General gilt heute als Buster Keatons Meisterwerk. Nie zuvor hatten sich in einem seiner Filme die Einflüsse des Vaudevilles und die Form des klassischen Hollywoodkinos so perfekt ergänzt und ausbalanciert. In seiner Ästhetik zitiert der Film Matthew Bradys berühmte Photographien aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Seine Erzählung entwickelt hier epische Ausmaße, die gekonnt auf D.W. Griffiths America, einem schwülstigen Bürgerkriegsdrama aus dem Jahre 1924, anspielt und die kleine Liebesgeschichte um Buster, das Mädchen und den General gekonnt mit den großen Tableaus des Bürgerkriegs verbindet. The General ist spektakulär in vielerlei Hinsicht: in kaum einem Film finden sich so viele Kamerafahrten wie hier, die z.T. halsbrecherischen Stunts werden wie immer von Keaton selbst ausgeführt. Selbst seine Hauptdarstellerin Marion Mack wurde immer wieder von Keaton überlistet, ihre eigenen Stunts zu machen. Das bereitstehende Stunt-Double kam trotz anderslautender Bekundungen nie zum Einsatz. Und am Ende meint man einem der unglaublichsten Tricks der Filmgeschichte beizuwohnen als eine gesamte Eisenbahn samt Eisenbahn-Brücke in einen Fluss stürzt. Noch unglaublicher ist die Tatsache, dass es sich bei diesen Aufnahmen nun gerade nicht um einen Trick handelt. Keaton nahm es auf sich, einen tatsächlichen Zug inklusive Lok in den Row River in Oregon stürzen zu lassen - ein Anblick, der noch Jahrzehnte später eine Touristenattraktion darstellte." (StummFilmMusikTage Erlangen)

The Gold Rush

(Goldrausch), Regie:   Charles Chaplin, USA - 1925
Produktion: United Artists - Produzent: Charles Chaplin - Produktionsleiter: Alfred Reeves - Regisseur: Charles Chaplin - Regieassistent: A. Edward Sutherland AKA Eddie Sutherland - Harry d'Abbadie d'Arrast - Charles F. Reisner - Drehbuch: Charles Chaplin - Kamera: Jack Wilson - Roland H. Totheroh - Architekt: Charles D. Hall - Darsteller: Tiny Sandford Barman - Mack Swain Big Jim McKay - Albert Austin Schürfer - Malcolm Waite Jack Cameron - Art Walker Polizist - Tom Wood Schürfer - John Rand Schürfer - Barbara Pierce Manicüre - Henry Bergman Hank Curtis - Charles Chaplin Charlie - Heinie Conklin Schürfer - Kay Desleys Georgias Freundin - Allan Garcia Schürfer - Lita Grey /durch Georgia Hale abgelöst/ - Georgia Hale Georgia - Joan Lowell Georgias Freundin - Betty Morrissey Georgias Freundin - Tom Murray Black Larsen - A.J. O'Connor Polizist - Gypsy Hart Frau im Ballsaal (/xx/) -
Inhaltsangabe : Die Zeit des grossen Goldrausches in Hohen Norden von Alaska: auch Charlie Chaplin, der Tramp, irrt, wie abertausende, durch die Kälte und den Schnee der unwirtlichen Landschaft. Bei einem Schneesturm findet er Unterschlupf bei dem gesuchten Verbrecher Black Larsen (Tom Murray), und bald gesellt sich auch der dicke Big Jim (Mack Swain) dazu, der vor kurzem in seinem Claim einen Goldschatz gefunden hat. Aber seit Tagen gibt es nichts mehr zu essen, und das Los trifft Black Larsen, auf Nahrungssuche zu gehen. Mittlerweile wird Big Jim vor Hunger bald wahnsinnig und er sieht Charlie nur noch als Huhn vor sich, eine grossartige Szene folgt, und nur das Erscheinen eines Bären kann schliesslich Charlie vor dem hungrigen Big Jim retten. Dann trennen sich beider Wege, Big Jim kehrt zu seinem Berg zurück, wird dort aber von Black Larsen halb tot geschlagen. Aber Black Larsen kommt nicht weit, der Berg rächt sich für Jim. Charlie ist mittlerweile in die nahegelegene Goldgräberstadt gezogen und verliebt sich unglücklich in die schöne Tänzerin Georgia (Georgia Hale).... (lhg) Mit vielen anderen Goldgräbern zieht auch der Tramp Charlie 1889 über den verschneiten Chilkoot-Pass. Während eines Schneesturms sucht er Zuflucht in der Hütte von Black Larson, wo bald auch Big Jim McKay auftaucht, der auf seinem Claim soeben Gold gefunden hat. Bald leiden die Eingeschlossenen unter Hunger; und auf Black Larson fällt das Los, Verpflegung zu besorgen. Doch der macht sich aus dem Staub. Charlie kocht voller Verzweiflung schließlich einen seiner Schuhe, dessen Sohle er wie ein Feinschmecker verzehrt, während Big Jim unlustig das Oberleder kaut. Im Hungerwahn hält Big Jim Charlie für ein Huhn, das er vergeblich zu schlachten versucht. Als der Schneesturm nachlässt, trennen sich die beiden. In einem Tanzlokal verliebt sich Charlie in die Tänzerin Georgia, die ihn jedoch zunächst nicht ernst nimmt. Big Jim gelingt es erst mit Hilfe des Tramps, sein Gold wiederzufinden. Als Millionäre machen sich die beiden auf die Rückfahrt. Auf dem Schiff trifft Charlie durch Zufall Georgia wieder, und die beiden reisen einer gemeinsamen Zukunft entgegen. Charlie Chaplin 1889 auf der Suche nach Gold in Alaska: Wie so viele will der kleine Tramp sein Glück versuchen, auch wenn der ehrliche Tollpatsch für die raue Arbeit in der kargen Bergwelt besonders ungeeignet scheint. Von Hunger und Schneesturm bedroht, muss Charlie erst einige Abenteuer bestehen, bis er die schöne Tänzerin Georgia für sich gewinnen kann.... (arte Presse)
Anmerkungen: «Für "Goldrausch" war die Konstruktion zahlreicher Kulissen und Bauten notwendig, um die eisige Bergwelt Alaskas im kalifornischen Studio nachzuempfinden. Zum ersten Mal wurde der kleine Tramp aus der modernen Welt herausgerissen und in ein Milieu entführt, das ihm bisher fremd war. In einer abstrakten und quasi zeitlosen Einöde muss er hier gegen die Elemente kämpfen wie zuvor gegen die Gefahren der Großstadt. Und er besiegt sie mit der gleichen Naivität. "Goldrausch" ist einer der wenigen Filme, mit denen Chaplin nach seiner Fertigstellung voll zufrieden war. Formal war der Regisseur so 1925 auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft angelangt. Viele Szenen und Sequenzen des Films sind in die Filmgeschichte eingegangen: das Verzehren des Schuhs, wobei Chaplin mit vornehm gespreiztem Finger die Nägel ableckt, und den Schuhriemen wie Spaghetti um seine Gabel wickelt; der Brötchentanz und so weiter. Wie bei vielen seiner Werke gab es auch bei "Goldrausch" Verzögerungen, da die ursprünglich vorgesehene Darstellerin der Georgia, die erst 15-jährige Lita Grey, während der Drehtage von Chaplin geschwängert wurde, woraufhin dieser sie heiraten und für den Film durch Georgia Hale ersetzen musste. "Goldrausch" wurde der kommerziell erfolgreichste Chaplin-Film. Das Allroundtalent Chaplin brachte später jeweils neue - mit teilweise selbst gesprochenem - Kommentar und Musik versehene Fassungen des Films heraus. So auch die Version von 1942, die ARTE deutsch synchronisiert sendet....» (arte Presse)