Die weisse Hölle vom Piz Palü

Regie: Arnold Fanck, Georg Wilhelm Pabst, , Deutschland, 1929


    Genre: Bergfilm, Heimatfilm, Lawinen,

Szenenphoto aus Die weisse Hölle vom Piz Palü, © Sokal-Film GmbH.

Stills and posters © Sokal-Film GmbH.


Stab und Besetzung

Produktion H.R. Sokal-Film GmbH.
Produzent Harry R. Sokal
Aufnahmeleiter Heinz Landsmann
Regisseur Arnold Fanck
Georg Wilhelm Pabst
Regieassistent Mark Sorkin
Drehbuch Arnold Fanck
Ladislaus Vajda
Nach einer Vorlage von Arnold Fanck
Kamera Sepp Allgeier
Richard Angst
Hans Schneeberger
Architekt Ernö Metzner
Weiteres Team Hans Casparius [Photos]
Darsteller Gustav Diessl [Dr.Johannes Krafft]
Mizzi Götzel [Maria Krafft]
Ernst Petersen [Heinz Brandt]
Leni Riefenstahl [Maria Maioni]
Walter Riml
Otto Spring [Christian Klucker, Bergführer]
Ernst Udet [Ernst Udet, Der Flieger]

Technische Angaben
Technische Info: Format: 35 mm - Schwarz-Weiss Film,Länge: 92 Minuten, 3330 Meter, 7 Akte
Tonsystem: silent
Premiere: 10. November 1929 in Wien, Elite-Kino
Erstzensur: Berlin 18. Oktober 1929 No B.23880
Szenenphoto aus Die weisse Hölle vom Piz Palü, © Sokal-Film GmbH.

Inhaltsangabe
Der mittlerweile legendäre Bergfilm 'Die Weisse Hölle von Piz Palü' schildert in dramatischen Bildern das Schicksal von Dr. Johannes Krafft, der mit seiner Frau Maria und dem Bergführer Christian die Nordwand des Schweizer Bergriesen Piz Palü besteigt. Da löst sich ein Eisblock und durchtrennt das Sicherungsseil zwischen ihm und Maria. Entsetzt muss er mit ansehen, wie seine über alles geliebte Frau stürzt und im Schlund einer unendlich tiefen Gletscherspalte für immer verschwindet. Jegliche Hilfe kommt zu spät. Seit jenem verhängnisvollen Tag treibt es den ruhelosen, von Schuldgefühlen geplagten Dr. Krafft immer wieder auf den Berg. Zehn Jahre später machen die frisch Verlobten Maria Maioli und Hans Brandt Urlaub am Fusse des Piz Palü. Dort lernen sie Dr. Johannes Krafft kennen. Unter seiner Führung machen sie sich auf, den Piz Palü zu besteigen. Auch eine Gruppe Studenten ist an diesem Morgen zum Gipfel unterwegs. Doch ein neues Unglück bahnt sich an...... (ARTE Presse)

Kritiken : "Hier ist nichts gestellt, nichts präpariert. Man sieht keine Pappe. Was sind die Dekorationen der FRAU IM MOND gegen diese Naturpracht, und wie unsagbar langweilig war der dreistündige Schiffsuntergang im ATLANTIC-Film gegenüber dieser Eis- und Schneekatastrophe. Hier wird der Zuschauer mitgerissen, hier ist er von der Natürlichkeit der Geschehnisse und der Echtheit des Entsetzens überzeugt" (Heinz Pol, Vossische Zeitung, 17. November 1929)

"Zweifellos einer der besten deutschen Filme. Die rührselige Handlung bis auf die Rettungsexpedition belanglos, zum Teil unwahrscheinlich. Hier, wo die Schnee- und Eisriesen der Schweizer Alpen sprechen, schreien, brüllen, wo Lawine und Steinschlag vom Gipfel ins Tal braust, wo Nebel und Schneesturm die Kretaur verhüllen, war jede Handlung überflüssig. - Doch sei festgestellt, die alpinistischen Leistungen der Schauspieler Diessl, Petersen, Riefenstahl und vor allem des Bergführers Spring sind hervorragend und bisher noch nie in einem deutschen Film mit solch kühner Realistik gezeigt worden..." (W.S., Die Rote Fahne, Berlin 19. November 1929)

"Nach wie vor einer der besten Bergfilme, die je gedreht wurden: Wenn auch die Gestik der stummen Schauspieler und die Zwischentitel heute etwas antiquiert wirken mag, so ist doch die Dramatik des Bild- und Szenenaufbaus bis heute zeitlos geblieben. Die Faszination der Schwarz-Weiss Optik, das bewusste Einsetzen von Zeitraffer-Aufnahmen oder der Filtertechnik für die effektvollen Eis- und Wolkenformationen, all dies wurde bisher nie von einem modernen Farbfilm übertroffen. Fancks Film ist und bleibt ein absolutes Muss für jeden Filmenthusiasten !" (lhg 2002)

Anmerkungen : Arnold Fanck (1889-1974) gilt als Begründer des so genannten Bergfilms. Seine auf Naturgewalten spezialisierten Dokumentarspielfilme bildeten einen ganz neuen Aspekt der 'Neuen Sachlichkeit' im deutschen Film. Zielten Fancks erste Filme ('Wunder des Schneeschuhs', 'Der Weisse Rausch') noch auf heitere Unterhaltung ab, so wurde die Natur (und insbesondere die Bergwelt) in der zweiten Hälfte seines Werkes durch düster-melodramatische Geschichten immer mehr zum Symbol urtümlicher Gewalt stilisiert. Aufgrund seiner Faszination durch das Irrationale und durch die Zeichen überirdischer Macht wurde Fanck später in den deutschen Film der pränazistischen Zeit eingeordnet, was sein Werk bis heute umstritten macht.

'Die Weisse Hölle von Piz Palü' ist ein deutscher Filmklassiker, der für Aufsehen sorgte: Nach der Deutschlandpremiere am 15. November 1929 stürmten mehr als 100 000 Besucher innerhalb von vier Wochen in den Berliner UFA-Palast. Allein in Deutschland spielte der Film über eine Million Reichsmark ein, weltweit mehr als 2, 2 Millionen Reichsmark. Auch international war 'Die Weisse Hölle von Piz Palü' ein grosser Erfolg. 1930 wurde die amerikanische Tonfassung 'The white hell of Piz Palu' produziert und als erster deutscher Film überhaupt im riesigen Roxy-Kino in New York gezeigt. Fast jeder, der sich für die deutsche Filmgeschichte interessiert, hat den Film irgendwann einmal im Kino oder im Fernsehen gesehen. Aber was genau hat er gesehen?

über Jahrzehnte hinweg war die stumme Originalfassung nicht mehr zugänglich. Schon 1930 erschien in den USA eine für den amerikanischen Markt erheblich gekürzte Tonfassung mit einer Musik von Heinz Roemheld. Einige Jahre später schnitt Fanck auch die deutsche Fassung um und verkürzte sie erheblich. Mit nachsynchronisierten Dialogen und einer Musik von Giuseppe Becce versehen, kam der Film 1935 noch einmal in die deutschen Kinos. Von der ursprünglich atemberaubenden Bildqualität der Naturaufnahmen ist bei den Bearbeitungen viel verlorengegangen. Durch die Kürzungen wurde ausserdem die anfangs eher nebensächliche Spielhandlung gegenüber der Darstellung der Bergwelt viel stärker in den Vordergrund gestellt. Die Originalfassung von 1929 war - über die Kriegsjahre und die Jahre der Teilung Deutschlands - verschollen. Erst 1996 wurde die Kopie wiederentdeckt und von der Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv und der KirchGruppe restauriert. Für ARTE nahm sich die ZDF/ARTE-Spielfilmredaktion der restaurierten Kopie an. Bei dem australischen Filmkomponisten Ashley Irwin gab sie eine neue Filmmusik in Auftrag. Eingespielt wurde die Musik zu der restaurierten Fassung vom Filmorchester Babelsberg in Berlin. (arte Presse)

2009 strahlte RAI-3 eine 134 minuten lange Version mit italienischen Untertiteln aus.

«Die kräfte- und nervenaufreibenden Dreharbeiten zu diesem grandiosen Bergdrama fanden von Januar bis Juni 1929 in den Schnee- und Gletschergebieten des Bernina-Massivs statt. Arnold Fanck betreute die Aussenaufnahmen, unterstützt von seinen kongenialen Kameraleuten Sepp Allgeier, Richard Angst und Hans Schneeberger. Seine Uraufführung erlebte "Die weisse Hölle vom Piz Palü" - eine der letzten grossen Stummfilmproduktionen vor dem Siegeszug des Tonfilms - am 11. Oktober 1929 in Wien, am 01. November folgte die Deutschland-Premiere in Berlin.» (Walter Greifenstein, BR Presse)

Die weisse Hölle vom Piz Palü is a motion picture produced in the year 1929 as a Deutschland production. The Film was directed by Arnold Fanck, Georg Wilhelm Pabst, with Ernst Udet, Mizzi Götzel, Ernst Petersen, Leni Riefenstahl, Walter Riml, in the leading parts. The movie had its first screening on November 10, 1929 in Wien, Elite-Kino.



Literatur Hinweise Gero Gandert, der Film der Weimarer Republik 1929, Berlin 1997, pg 697ff
50 Jahre deutscher Film, Band 2, pg 10f

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